Feature auf Deutschlandfunk am 6.3.2018

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Naches
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Re: Feature auf Deutschlandfunk am 6.3.2018

Beitrag von Naches » Mi 7. Mär 2018, 16:10

Danke an Jens Wagner für die Stellungsnahme von Herrn Amelung.

Das Problem an Medienbeiträgen ist leider, dass die Produzenten immer das letzte Wort haben werden und die Schwerpunkte von dem, was vermittelt werden soll selber setzen.
Dementsprechend können Aussagen schärfer dargestellt werden, als sie eigentlich gemeint sind, oder durch geschicktes Schneiden ins Gegenteil umgedeutet werden.

Dies muss man leider beim geben von Interviews und beim hören von entsprechenden Beiträgen immer im Hinterkopf haben. Dennoch bleibt für diejenigen die kritisieren wollen nur das fertige Produkt und es ist schwer einzuschätzen, ob etwas verfälscht wiedergegeben wurde oder nicht.

Es bleiben also nur die Dinge die gesagt wurden (egal wie sehr sie aus dem Zusammenhang gerissen wurden).

Ich stimme ja zu, wenn gesagt wird, das dies einer der besseren Medienbeiträge ist, aber das heist leider nicht, dass dies automatisch ein guter Beitrag in unserem Sinne ist.


Dementsprechend finde ich es Befremdlich, dass Herr Amelung über seine Patienten zitiert wird, wenn es doch eigentlich um einen Pädophilen und nicht um eine pädophile Störung nach DSM-V und ICD-11.
Auch finde ich es befremdlich, dass überhaupt von Menschen mit einer pädophilen Störung gesprochen wird, wenn es doch in diesem Beitrag um Pädophile geht.

Diese Unterscheidung wird im Beitrag angemerkt, die Folgen daraus aber leider nicht gut dargestellt und die beiden Menschengruppen schon ganz zu Anfang vermischt.
Was kann man da in Zukunft raus lernen? Vielleicht bei einem Interview vorher Fragen um welche Gruppe es in diesem Interview geht und sich dann mit den Aussagen auf diese Gruppe beschränken.
Weder dem Hörer noch dem Jornalisten wird die Unterscheidung klar sein.

Allerdings muss ich Hier widersprechen:
KTW - Standort Berlin hat geschrieben:
Mi 7. Mär 2018, 12:13
Und sogar eine Mutter, die über ihre Erfahrungen spricht. Das alles ohne zu bewerten
Diese Bewertung folgt indirekt und gibt die Angst vieler Außenstehenden wieder. Ist es richtig einen Pädophilen mit meinen Kindern alleine zu lassen?

Das Herr Amelung hier von einer anderen Gruppe redet, wird wie schon gesagt nicht deutlich.

Wenn man das betrachtet, wie du es machst:
KTW - Standort Berlin hat geschrieben:
Mi 7. Mär 2018, 12:13
Immer vor dem Hintergrund gesehen, dass die beiden ausschließlich mit Menschen arbeiten, die die diagnostischen Kriterien einer Pädophilie als krankheitswertige Störung erfüllen.
Kann ich deine positive Kritik verstehen. Wenn ich allerdings diesen Beitrag höre, gehe ich von Pädophilen aus, die nicht die diagnostischen Kriterien einer pädophilen Störung entsprechen - denn das ist die Gruppe der Pädophilen die ich größetenteils kenne.
Und Pädophile mit Menschen einer pädophilen Störung in einen Topf zu schmeißen (Wie es der Beitrag macht) kann keinen großen Beitrag zur Entstigmatisierung von Pädophilie im Allgemeinen liefern.
Ein Heterosexueller hat ja auch nicht zwangsläufig eine Impulskontrollstörung. Ein Beitrag aber, der jetzt über Heterosexuelle reden will, aber ein Interviewpartner von Männern mit Impulskontrollstörung redet wird auch ein sehr verzerrtes Bild von heterosexuellen Männern abliefern.
naches@vfemail.net || Was war jetzt noch gleich so schlimm daran jemanden zu lieben?
tox: 03D3DBE2E0883E4304B4E1DD8DB7379E2A7947AC045002828EE77887F28E6F513EAACFA0A808

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Hermann-AGPD
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Beitrag von Hermann-AGPD » Mi 7. Mär 2018, 16:53

Ohje, was habe ich da angerichtet... :oops:
Meine Gedanken zur schriftlichen Version des Features habe ich gewohnheitsmäßig wie eine Literaturrezension geschrieben. Das sollte aber keine Vorlage zum Bashing von wem oder was auch immer werden.
Vor Schelmen, die den Mantel der Gerechtigkeit tragen, vor denen kann kein Mensch sich schützen. Die sind ärger als die schlimmsten Verbrecher und verdienen doppelte Bestrafung.
Friedrich der Große

Cassini [gesperrt]
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Beitrag von Cassini [gesperrt] » Mi 7. Mär 2018, 17:00

Es hat hier auch kein "Bashing" gegeben. Es schreiben nur Leute ihre Meinung auf. Dass da auch einige von wütend sind ist ihr gutes Recht. Beleidigt wurde hier niemand.
Du hast also garnichts angerichtet, nur einen guten Beitrag geschrieben.
TOX: DE6D2B86CDAE5DA7AF13BB7F586B6B463D44E833F3192137B9EB8B49866CB35D2E67C7ECABE2

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Max
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Beitrag von Max » Mi 7. Mär 2018, 18:01

Also hier mal mein Feedback zum Beitrag. Ich hab ihn jetzt viereinhalb Mal gehört und über all das nachgedacht, was darin vorkommt und was hier schon geschrieben wurde. Mich hat zugegeben verunsichert, wie viel Wut und Ablehnung hier rüberkam. Am Ende muss ich sagen: Mit manchem stimme ich überein, mit manchem nicht:

Ich finde den Titel unpassend. Das habe ich oben schon erklärt. Das Wort „Kontrolle“ überschattet wie ein schlechter erster Eindruck den Beitrag und katalysiert negative Assoziationen bei Leuten, die empfindlich auf das Stichwort reagieren. Zudem kann es die Ansicht vieler, Pädophilie sei etwas, was nur mit außerordentlichen Kontrollmechnismen (Selbstbeherrschung oder von außen obstruiert) zu bändigen sei, zementieren.

Kritik an mir selber muss ich üben, als ich von der Situation mit dem nackten Kind spreche: ich erwähne da nur negative Emotionen „das muss ich jetzt nicht jeden Tag haben“. Grund ist dass doch im persönlichen Kontakt noch immer eine Hemmschwelle in mir drin ist einfach klar zu sagen: ja, das fand ich schön und das bewegte was in mir. Memo an mich selbst: beim nächsten Interview freier sprechen.

Amelung finde ich sehr ungünstig reingeschnitten. Auf den Ottonormalzuhörer wird das den Eindruck eines Beurteilens von mir und „Anna“ machen. Sachlich betrachtet sind das aber relevante Fragen, die er stellt, die ich von einem Menschen erwarte, der so eine Situation hinterfragt und kritisch betrachtet. Im Gegensatz zum realen Kontakt kennen „Anna“ und ich Amelung nicht und umgekehrt. Was mir hier fehlt ist ein Dialog, der auch die Rückantwort erlaubt: der Experte schätzt die kleinen Leute ein und ordnet das, was sie sagen, für den Zuhörer ein. Allerdings finde ich, dass er damit differenziert betrachtet auch irgendwie als Schlechtmacher rüberkommt, der „Anna“ ihr Urteil abspricht, das sie zuvor sehr gut begründet hat. Was ich fehl am Platz finde: Die Rückfragen (welches Verhältnis sucht der Mensch zu wem?) stellen Freundschaften zu Kindern generell infrage und auch mein Verhältnis zu „Anna“. Sie werden genannt und sind nicht in jedem Fall verkehrt zu stellen, aber sie geben dem Hörer keine Richtung vor für den eigenen Umgang mit pädophilen Menschen: Ist es nun verkehrt, ein Verhältnis zur Mutter zu suchen, oder wenn man Freundschaft mit einem kind sucht?

Die Ampel ist meiner Meinung nach und auch Rückmeldungen anderer nach ein sehr gutes Hilfsmittel um orientierungslosen Seelen erstmal etwas an die Hand zu geben. Eine erste Hilfskonstruktion, auf der man im Laufe der Zeit aufbauen, sie für sich anpassen und verändern kann. Und sie wird auch relativiert: „So systematisch diese Empfehlungen auch erscheinen, keine Untersuchung zeigt, wie wahrscheinlich es ist, dass ein Pädophiler in seinem Leben tatsächlich einen sexuellen Übergriff begeht.“ sowie durch die Beispiele, die Franz, Pascale, „Anna“ und ich erzählen.

Ahlers Aussage zu Pädophilen, sie könnten nicht so gut mit Erwachsenen ist eine, die ich nur bedingt unterstützen würde. Ich erlebe es so und ich kenne einige Pädos, die das auch so erleben und offenbar hat er auch viele solche Beispiele getroffen. Vielleicht ist das die Mehrheit der Pädos, vielleicht nicht. Aber alle sind es meiner Erfahrung nach nicht. In der Kürze eines Interviews ist auch das aber kein grober Fehler: es muss zusammengefasst und auf wesentliche Punkte eingegangen werden. Dabei fallen Nuancen unter den Tisch, das ist klar. Auf jeden Fall ist es keineswegs ein negatives Urteil über Pädos. Auch die unmittelbar danach genante „ganzheitliche emotionale Partnerschaft auf Augenhöhe“ ist etwas was definitiv NICHT alle Pädophilen wollen. Ich bin sogar vielen begegnet (definitiv nicht die Mehrheit) die nur rein sexuelles Interesse an Kindern haben und sich sonst nicht für sie interessieren. Ein ähnlicher Punkt wird auch gleich danach von Franz Wuth eingeworfen: kein Interesse an Partnerschaft.

Die Geschichte mit den „Nicht-Übergriffs-Tätern“ wurde von Till Amelung selbst aufgeklärt, dass der Zusammenhang dort Kipo-Täter im Gegensatz zu übergriffigen Pädophilen mit hands-on-Delikten meinte:
KTW - Standort Berlin hat geschrieben:
Mi 7. Mär 2018, 12:13
"Diese pädophilen Nicht-Übergriffstäter" – Ich bin mit diesem Wortmonster auch nur mäßig zufrieden. Ich finde es im Zusammenhang mit Pädophilie außerordentlich schwierig, gut verständliche und gleichzeitig präzise Begriffe zu finden. Das Statement auf Seite 14 ist meine Antwort auf eine Frage von Frau Sauvageot, welche Ergebnisse unsere Studie NeMUP zutage gefördert hat. In dieser Studie fanden wir, dass pädophile Männer, die keine sexuellen Übergriffe begangen haben, wohl aber zum Teil Bildmaterial mit sexuellen Übergriffen gegen Kinder zur Selbstbefriedigung nutzten, eine höhere Impulskontrollfähigkeit gegenüber pädophilen Übergriffstätern aufweisen. In diesem Kontext erschien mir das gewählte Begriffskonstrukt als das treffendste. Die so bezeichnete Gruppe enthielt eben doch auch Täter der Nutzung von sexuellen Missbrauchsabbildungen von Kindern. Diese als Nicht-Täter zu bezeichnen wäre wissenschaftlich nicht korrekt gewesen. In der Verkürzung im Beitrag kommt diese Differenzierung allerdings nicht mehr zum Tragen.
Dies hätte im Beitrag angemerkt werden sollen.
Sehr gut finde ich vom Herrn Amelung, dass er auch die Situation im Ausland anspricht: dass dort diese Forschung gar nicht so möglich ist, wie in Deutschland, und wie außerordentlich wichtig die Schweigepflicht ist. Dass und warum dort jeder, der schon mal etwas strafbares getan hat und auch wer nichts dergleichen getan hat, keine Freiheit hat „einfach“ zum Therapeuten zu gehen und Hilfe zu suchen.

Ahlers geht später noch auf das Thema „Outing“ ein und mahnt eindringlich zur Vorsicht. Man sollte sich schon super sicher sein, bevor man sich outet. Dann hinterfragt er etwas sehr Wichtiges: Es wurde hier seit Eröffnung des Forums wiederholt diskutiert, ob es ethisch vertretbar sei, mit Kindern zu arbeiten oder gewissen Menschen seine sexuelle Ausrichtung zu verheimlichen. Insbesondere Hannah war da weit vorn mit dabei. Ahlers fragt einfach gegen: „Welche Informationen haben Sie über die sexuellen Vorlieben Ihres Chefs?“ – Anders ausgedrückt: ja es ist auch aus Sicht dieser hier im Thread ziemlich angegriffenen Fachleute absolut richtig die Klappe zu halten, denn es geht einfach niemanden etwas an, wer worauf steht. Das finde ich super wichtig als Botschaft an stark verunsicherte Pädos, die mit dem Gedanken ein ein Outing spielen, dass katastrophal verlaufen könnte.

Was massiv kritisiert wurde ist die Aussage von Amelung, dass er Arbeit mit Kindern nicht sinnvoll findet, „tagtäglich mit den gewünschten Sexualpartnern zusammen zu sein … ist die maximale Herausforderung“. Dass alle seine Patienten aus Berufsfeldern der Kinderbetreuung den Beruf gewechselt haben finde ich seltsam. Aber da fehlt die Anzahl: Waren das drei Leute oder 25? Bei 25 fände ich es bedenklich und würde mich fragen, ob der Mann tendenziös therapiert, den Leuten etwas einredet. Aber Zahl und Umstände würden erst ausmachen, ob das womöglich ungerechtfertigt ist. Und die liegen uns nicht vor.

Und ebenso wie Amelung „Anna“ hinterfragt relativieren daraufhin sowohl Herr Ahlers (!) als auch ALLE drei Pädophilen im Beitrag (!!) die Ausführungen von Herrn Amelung zur Arbeit mit Kindern indem sie pro-Argumente zu diesem Thema liefern. Wenn man dies schon als eine Art Wettbewerb ansieht finde ich gleicht dies die Infragestellung von „Anna“ zu Beginn gut aus.
____________________________________

Zusammenfassend schließe ich mich Herrmann und Pascale an und finde
Hermann-AGPD hat geschrieben:
Mo 5. Mär 2018, 21:48
Journalistisch ist das eine der besten Arbeiten, die mir zu diesem Thema bisher zur Kenntnis kamen!
Kleine Abzüge gibt es von mir für den Titel, die sachlich falsche Einführung der Begriffe „Non-Offender“ sowie „Nicht-Übergriffs-Täter“ durch die Sprecherin und dafür, dass Amelung „Anna“ und mich fernbeurteilt, was ich nach wie vor einseitig finde. Dass kein Dialog möglich war finde ich auch schade aber es ist wohl dem konkreten Medium geschuldet. Ich denke das ist ein Projekt für die Zukunft, was ich echt wichtig fände, so wie Mascha es vorgeschlagen hat. Was mich sehr freut ist die im Vergleich mit anderen Beiträgen sehr neutrale Gegenüberstellung von Betroffenensicht und Kommentaren von Fachleuten. Auch dass Herr Ahlers mal mit seinen Ansichten zitiert wird, die mit uns übereinstimmen. Ich weiß aus persönlichen Begegnungen mit ihm, dass er die schon lange hegt, sie ihm wichtig sind und er sie auch bei Gelegenheit zu Gehör bringt. Aber ich kann mich nicht erinnern, dass er bisher jemals so sehr pro-Entstigmatisierung auch zitiert wurde.

Mir bleiben das Interview und der Beitrag als eine positive Erfahrung im Sinn. Danke Philine!

Zuletzt Dank an Jens Wagner und Till Amelung, die mit ihren Posts hier auch bei mir einige Wogen geglättet haben, indem sie noch ein paar Hintergründe erklärten.
Ich: mnl ≈30 ♦ Präferenz: wbl 6-12, 20+ ♦ keywords: ADHS, Zeichnen, Bibel, Naturwissenschaften ♦
Mein Buch: „Für ein Kinderlachen“ (2015 veröffentlicht)

Struppi
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Registriert: Do 25. Mai 2017, 18:05

Beitrag von Struppi » Mi 7. Mär 2018, 18:16

Max hat geschrieben:
Mi 7. Mär 2018, 01:27
Struppi hat geschrieben:
Di 6. Mär 2018, 21:36
Das hier aktive Leute bzw. ja sogar Max, der Mitorganisator ist, eine Sendegenehmigung für diesen Mist erteilt haben, erschließt sich mir absolut nicht.
Aber Struppi, komm mal bitte auf den Boden mic dann noch mit sowas anzugreifen. Es gibt keine „Sendegenehmigung“ oder ähnliches.
Es war nicht als persönlicher Angriff gemeint. Ich wollte ausschließlich zum Ausdruck bringen, dass ich nicht nachvollziehen kann, dass Du Dich nicht zurückgezogen hast. Und nein es gibt keine Sendegenehmigung, das habe ich falsch geschrieben in meiner Rage. Ich bitte um Entschuldigung. Aber man kann selbstverständlich die Einwilligung für ein Interview zurückziehen. Und dann müssen sie Dich rausschneiden.
Ich werde bei Gelegenheit noch auf meine Bedenken eingehen, aber nachher erstmal was in den Amelung Faden schreiben, da dies dringender ist.

Aiko
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Registriert: Mi 3. Mai 2017, 15:37

Beitrag von Aiko » Mi 7. Mär 2018, 19:03

"Kritik an mir selber muss ich üben, als ich von der Situation mit dem nackten Kind spreche: ich erwähne da nur negative Emotionen „das muss ich jetzt nicht jeden Tag haben“. Grund ist dass doch im persönlichen Kontakt noch immer eine Hemmschwelle in mir drin ist einfach klar zu sagen: ja, das fand ich schön und das bewegte was in mir. Memo an mich selbst: beim nächsten Interview freier sprechen."

*Daumen Hoch*

Wobei freier? Hmm, zumindest hast du ja mittlerweile für dich selbst genug Erfahrungen und Erkenntnisse, gerade im Umgang mit Kindern, bekommen die es es dir ermöglichen solche Gespräche auch entsprechend zu lenken. Auf positive Dinge, weniger über Sex reden sondern den Fokus auf Liebe etc. lenken. Das worauf es eigentlich halt am meisten ankommt.

Gregor Samsa
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Beitrag von Gregor Samsa » Mi 7. Mär 2018, 20:30

Also ich gehe jetzt in dem Zusammenhang mal von meiner persönlichen Meinung bzw. Vermutung aus:

Begriffserklärung was man unter Nonofender usw. versteht. Für alle die keine Ahnung haben. Finde ich gut.

Was mir einfällt zu " Das Kind läuft nackt durch die Wohnung" einfällt :

Also wenn du auf Mädchen stehst, so wie ich und du hast da einen Jungen der nackt durch Wohnung/Garten wo auch immer läuft wird das wohl weniger das Problem sein.
Es Könnte anders aus sehen wenn es das ist was dich eh anspricht oder wenn du beides magst- okay, aber an sich denke ich mal das es in diesem Zusammenhang auch eher unwichtig ist .
Wenn das Kind nackt ist und ich es bedränge ist doch die Zeit viel kürzer wo ich es betrachten kann, denn es würde sich wohl meiner "Zutraulichkeit" zu entziehen suchen und dann wäre das zusehen vorbei .
Ganz abgesehen davon das ich möglicherweise damit "verbrennen" könnte und nicht weiß wie die Leute reagieren. Gerade auch im nach hinein im Blick auf diese Situation.
Aber das sind theoretische Gedanken .


Das mit der Ampel an sich ist zwar ne nette Idee, ich würde es aber in dem Zusammenhang eher als "für die Öffentlichkeit" betrachten, klar kann ich nachvollziehen wenn Leute damit arbeiten und es ihnen für sich damit besser geht .
Da ich für mich diese Gefahr so nicht sehe, habe ich mir so noch nicht wirklich Gedanken dazu gemacht .

"Sich selbst als Kind fühlen ?" - Kann ich so nicht sagen, aber das ist wohl auch personenabhängig.

Das mit den Hirnarealen ... nun ich hab da nicht so viel Ahnung von aber klar das es im Grunde das selbe ist wie bei "normalen Menschen", denn welsche Teile sollen denn bitte sonst angesprochen werden. Die Areale sind doch dafür da also reagieren sie , nur eben halt auf andere reizte .

Aber an den "Fassadenehen" kann wohl was dran sein. Auch hier kommt es wohl auf den Standpunkt an.

Das wären so meine Gedanken zu dem Beitrag.
Scheitern ist keine Option

"Es ist Zeit, daß jetzt etwas getan wird. Derjenige allerdings, der etwas zu tun wagt, muß sich bewußt sein, daß er wohl als Verräter in die Geschichte eingehen wird. Unterläßt er jedoch dieses Handeln , dann wäre er ein Verräter vor seinem eigenen Gewissen." - Claus Schenk, Graf von Stauffenberg

Philine Sauvageot
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Beiträge: 4
Registriert: So 5. Nov 2017, 22:26

Beitrag von Philine Sauvageot » Mi 7. Mär 2018, 23:01

Hallo zusammen,

ich bin es, die viel zitiere Autorin dieses Features. Erst einmal: Danke für euer Interesse und danke für euer Feedback, auch für die ärgste Kritik.

Vor allem eine Sache möchte ich erklären, die mir der Hauptkritikpunkt zu sein scheint:

Nämlich den O-Ton von Till Amelung betreffend, der auf die Sequenz von Max und Anna folgt. Viele meinen, sein Ton würde Max und vor allem Anna untergraben. Ich finde zunächst: Anna wirkt in ihren Aussagen sehr reflektiert und glaubwürdig. Wir hören, dass ihr sehr wohl bewusst ist, was sie tut. Auch das Argument, dass sie ihre Kinder zu Selbstbewusstsein erzieht, ist nachvollziehbar. Damit öffnet sie wahrscheinlich vielen Hörern eine völlig neue Perspektive auf das Thema, die vielleicht auch für viele befremdlich ist. Aber, wie gesagt, durch Annas Ausführungen, sehr nachvollziehbar. Das ist eine Chance, finde ich. Daraufhin wirft Herr Amelung Fragen auf. Er stellt keine Ferndiagnose oder ähnliches an, sondern er bildet ganz einfach den Kontrapunkt, zu dem ich mich im Feature immer wieder bemühe: Ich persönlich möchte keine Position einnehmen, ich möchte, dass da Protagonisten und Fachleute auch mal unterschiedlicher Auffassung sind. Es soll vielstimmig sein. Worauf ich euch hinweisen möchte: Max hat ganz am Ende des Features das letzte Wort. Und zwar genau zu dieser Situation vom Anfang des Features. Damit liegt auf seiner Perspektive deutlich mehr Gewicht. Er sagt, dass ihn das Babysitting in seiner persönlichen Entwicklung sehr weitergebracht hat. Und damit, ich gebe es zu, nehme ich dann doch eine Position ein, denn ohne geht es nie: Allerdings ist es damit eher die Position von Max als die der Experten.

Und zur weiteren Einordnung: Till Amelung sagte mir in unserem Gespräch, dass Freundschaften von Pädophilen zu Kindern generell eher schwierig seien (im Gegensatz zu Freundschaften zwischen Pädophilen und Erwachsenen mit Kind). Diesen Ton hätte ich nach der Situation von Max und Anna setzen können. Ich habe mich aber bewusst dagegen entschieden, damit hier niemand über andere urteilt, ohne den Fall genau zu kennen. Es sind Fragen, die Amelung aufwirft und er sagt auch: Wenn das mein Patient wäre... Damit ist die Sachlage klar.

Und auch sonst: Die drei Protagonisten nehmen sehr viel Raum ein und: sie haben das letzte Wort. KTW und die Therapie kommen am Rande vor, gleichberechtigt neben dem ComingIn/Out. Pascale hat KTW nicht durchlaufen, und auch sonst keine sexualpsychologische Therapie. Das erkläre ich auch genauso. Ich hoffe, dass der eine oder die andere die Zwischentöne dieses Features vielleicht doch noch beim zweiten Hören wahrnimmt. Ich weiß, dass wir alle auf dem Weg sind, uns gegenseitig besser zu verstehen. Ich hoffe, ihr versteht mich jetzt ein wenig besser.

Danke.
Philine

Cassini [gesperrt]
Beiträge: 51
Registriert: Di 6. Mär 2018, 19:04

Beitrag von Cassini [gesperrt] » Mi 7. Mär 2018, 23:56

Das Problem ist doch: Es ist nicht sein Patient! Was soll diese Aussage in diesem Zusammenhang?
Würdest du auch bei Heterosexuellen Menschen die vollkommen gesund sind zu einem Psychologen gehen und ihn dazu befragen was wäre wenn dieser Mensch sein Patient wäre (also wenn er psychisch krank wäre)? Nur weil es in dem Beitrag um die Sexualität geht? Sorry, aber das ist doch hrinrissig!
Die Sachlage mag an sich klar sein, wenn man es rational wörtlich nehmen würde. In dem Kontext ist trotzdem eindeutig wie es rüberkommt.

Meine allgemeine Kritik der Einseitigkeit zu Gunsten einer gewissen Haltung habe ich ja schon in deinem Blog geäußert. KTW kommt eben nicht am Rande vor. Auch Max und mindestens noch einer der Protagonisten hat eine Therapie bei KTW gemacht und vertritt bekanntermaßen die Linie von KTW.
Wirklich abweichende Meinungen/Haltungen/Erfahrungen kommen in dem Beitrag mit keinem Wort vor.
TOX: DE6D2B86CDAE5DA7AF13BB7F586B6B463D44E833F3192137B9EB8B49866CB35D2E67C7ECABE2

Struppi
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Beitrag von Struppi » Do 8. Mär 2018, 00:46

@Philine: Erlaube bitte 2 Fragen:

1. Wie wurden die 3 Protagonisten ausgewählt? Alle 3 sind in Therapie. Bei 2 wurden schwer wiegende Persönlichkeitsstörungen diagnostiziert, der 3. hat ebenfalls Probleme. 2 sind verheiratet und haben Kinder. Findest Du diese Auswahl halbwegs repräsentativ?

2. Dr. Amelung hat auf Seite 5 seine Aussage bzgl. "Wenn das mein Patient wäre..." relativiert. Hat er diese Erklärungen im Interview weggelassen oder wurden sie weggeschnitten?

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