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Archiv der Fragen vom KTW-Expertenchat des Jahres 2018
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queerestqueer

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Beitrag von queerestqueer » Mi 13. Jun 2018, 18:15

Kennen Sie die Studie "Navigating the Stigma of Pedophilia: The Experiences of Nine Minor-Attracted Men in Canada" ( http://summit.sfu.ca/item/13798 )von Carin Freimond? Falls ja, was ist Ihre Meinung zu der in der Studie von der Autorin vertretenen Position, dass Pädophilie eine sexuelle Orientierung (keine Störung oder Krankheit) ist?

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Beitrag von KTW - Standort Berlin » Mi 13. Jun 2018, 18:56

Ich kenne diese Studie leider nicht.

Pädophilie wurde auch von anderen Wissenschaftlern (z.B. Seto 2012) bereits als eine Art sexuelle Orientierung eingeordnet.
Wir verstehen Pädophilie als sexuelle Ansprechbarkeit, die keine Störung oder Krankheit ist, das allerdings sein kein, wenn derjenige darunter leidet oder sexuell problematische Verhaltensweisen hinzu kommen. Problematische Verhaltensweisen sind vor allem die Nutzung von Abbildungen sexuellen Kindesmissbrauchs und sexuelle Übergriffe.

ghj

Beitrag von ghj » Mi 13. Jun 2018, 18:59

Geht das nicht total an der Definition von "Krankheit" vorbei?
Wie kann es sein, dass jemand als "krank" gilt nur weil er Handlungen begeht die keinen Schaden verursachen und niemanden belasten?
Wenn er für sich damit glücklich und zufrieden ist ergibt die einstufung als Krankheit keinen Sinn. Stimmen Sie mir da zu?

flix

Beitrag von flix » Mi 13. Jun 2018, 19:17

Da es hier um Wortdefinitionen geht:
Was verstehen Sie unter "Missbrauch", was unter "Übergriff"? Was ist der Unterschied zur sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung?

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Beitrag von KTW - Standort Berlin » Mi 13. Jun 2018, 19:43

ghj hat geschrieben:
Mi 13. Jun 2018, 18:59
Geht das nicht total an der Definition von "Krankheit" vorbei?
Wie kann es sein, dass jemand als "krank" gilt nur weil er Handlungen begeht die keinen Schaden verursachen und niemanden belasten?
Wenn er für sich damit glücklich und zufrieden ist ergibt die einstufung als Krankheit keinen Sinn. Stimmen Sie mir da zu?
Wir sprechen hier von Handlungen, die Schaden anrichten können und behandeln auch nur Menschen, die das selbst so sehen und dann auch wieder ein Leidensdruck ensteht, wenn sie anderen schaden.

Menschen, denen es gut geht, wenn sie anderen Schaden zufügen, leiden möglicherweise an einer anderen Störung, die oft in Verbindung mit sexuellen Übergriffen und hin und wieder auch in Verbindung mit einer sexuellen Ansprechbarkeit für kinder auftritt.

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Beitrag von KTW - Standort Berlin » Mi 13. Jun 2018, 19:47

flix hat geschrieben:
Mi 13. Jun 2018, 19:17
Da es hier um Wortdefinitionen geht:
Was verstehen Sie unter "Missbrauch", was unter "Übergriff"? Was ist der Unterschied zur sexuellen Nötigung oder Vergewaltigung?
Wir sprechen bevorzugt von "sexuell problematischem Verhalten". Das schließt alles ein, was mit Selbst- oder Fremdschädigung verbunden ist.

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